In Weidenbachs Augen erwachte Hoffnung.

„Ja, mein lieber Junge, ich glaube, ich habe es gefunden! Am Ende sind Sie zu mir gekommen, weil Sie Geld brauchen und sich sagten, Katschinsky hat vielleicht etwas. Aber Weidenbach, Sie brauchen nicht zu erröten, um Himmelswillen. Ich kann Ihnen nur dies sagen,“ Katschinsky zeigte lächelnd seine schönen Zähne, „es gibt in der Welt nichts Törichteres, als vor einem Katschinsky zu erröten. Aber, um es nicht zu vergessen. Diese eine Sache, die vielleicht etwas für Sie wäre! Kokain!“

„Kokain,“ flüsterte Georg enttäuscht.

Katschinsky lachte laut auf. „Ja, Kokain!“ rief er aus. „Sie scheinen wenig begeistert zu sein, und die Sache ist doch so einfach. Sie versuchen Kokain aufzutreiben. Sie werden schon Leute finden, die Kokain haben, und wir könnten dann zusammen arbeiten. Für die Abnehmer sorge ich. Was sagen Sie dazu?“ Katschinsky lachte laut und fröhlich.

„Das ist nichts für mich,“ stammelte Georg. „Ich bin nicht für solche Dinge geschaffen. Ich habe dazu nicht die geringste Begabung.“

Katschinsky betrachtete ihn mit einem leisen Bedauern in den grauen Augen. „Schade, sehr schade,“ sagte er dann leise. „Ich befürchte, daß Sie es nicht leicht haben werden, Weidenbach. Nein, Sie sind nicht für solche Dinge geschaffen, das sehe ich. Sie sind nur für die Arbeit geschaffen. Sie werden ewig arbeiten, und die andern werden den Nutzen von Ihrer Arbeit haben und Sie auslachen?“

„Nun, so lassen Sie sie lachen. Meinetwegen, wenn ich nur Arbeit habe,“ antwortete Georg, indem er sich erhob. Der Zynismus Katschinskys widerte ihn plötzlich an. „Sie sind nicht böse, Katschinsky, daß ich Sie besuchte?“

„Böse, wieso? Ich versäume ja nichts. Ich gehe hier auf und ab und warte auf einen telephonischen Anruf. Ich muß wissen, wo heute abend gespielt wird, und dann, sehen Sie, habe ich eine Verabredung im Bristol.“

„Und Jenny, Jenny Florian?“ fragte Georg, schon den Hut in der Hand. „Wie geht es Jenny Florian? Ist sie noch in Berlin?“

Katschinsky erbleichte. Er blieb augenblicklich stehen. Seine Augen schillerten böse, und sein hübscher, knabenhafter Mund wurde plötzlich hart und herrisch. Dieses Gesicht würde Georg nie vergessen. Es war hochmütig und kalt und verriet allzu deutlich, daß Katschinskys freundliches und liebenswürdiges Benehmen nur Verstellung war.