Jenny sagte etwas, aber der Donner nahm ihre Stimme fort.
Wieder starrte Wenzel in das Netz von Blitzen, die Stirn gerunzelt, zum Angriff bereit.
„Was denkst du, Wenzel?“ fragte Jenny. Es regnete vereinzelt große Tropfen, die wie harte Taler auf das Deck prasselten.
„Es ist schade,“ erwiderte Wenzel und ballte die Fäuste „Es ist schade, daß man nicht ewig leben kann! Alles besitzen – und ewig leben! Kraft, Gesundheit! Und dich!“
Er hob Jenny auf den Arm und trug sie über das Deck hinunter in die Kajüte. Sie zitterte.
„Wir wollen die Götter versuchen! Wir wollen sehen, ob sie Kavaliere sind!“
25
So kreuzten sie Tag für Tag. Zuweilen blieben sie einige Tage bei einem Seebad liegen. Farbig der Strand, ein Gewimmel von Flaggen. Gäste kamen an Bord, und es ging laut her bis spät in die Nacht. Jenny war froh, wenn sie die Küste mieden.
Jeden Morgen und Abend badeten sie im Meer, wenn die See es erlaubte. Das Schiff lag bei. Eine der Jollen wurde herabgelassen, und sie schwammen um die Jacht herum.
Besonders Stobwasser entpuppte sich als ein großer Schwimmer. Sonst sah man ihn, von den Mahlzeiten abgesehen, nur selten. Immer schlief er, irgendwo zusammengerollt wie ein Igel. Seit er, zusammen mit Weidenbach, in der kleinen thüringischen Stadt die Kegel aufgesetzt hatte, genoß er auf dieser Reise die ersten Tage des Ausruhens, der Erholung und Sorglosigkeit.