Und in der Tat, er kam wieder.

An diesem Tage sollte eine Sitzung von Vertretern der Regierung und Arbeitgeberverbände stattfinden, zu der Michael eingeladen war. Er sollte seine Pläne vortragen.

Etwas verspätet, wie gewöhnlich, stieg Michael eilig die Treppe hinab, so rasch, daß Eva, die ihn zur Sitzung begleitete, kaum zu folgen vermochte.

Michael pflegte in diesen unruhigen Tagen das Gebäude durch einen Nebenausgang zu verlassen. Kaum aber hatte er den Fuß auf die erste Stufe des Nebenausgangs gesetzt, als er einen heftigen Schlag gegen die linke Schulter verspürte. Es war ihm, als habe man ihn mit einem schweren Stock, mit einer massiven Eisenstange gegen die Schulter gestoßen. Er taumelte und wäre beinahe gefallen. In dieser Seitenstraße waren nur wenige Menschen, und er sah nichts Auffälliges. In diesem Augenblick aber beobachtete er, wie sein Chauffeur, der neben dem Wagen gestanden hatte, sich auf einen Mann stürzte und ihn zu Boden warf. Sofort sammelten sich Menschen an.

„Er hat auf Schellenberg geschossen,“ schrie der Chauffeur und deutete auf das schmutzbedeckte schwammige Gesicht des Mannes, den er zu Boden geschlagen hatte. Es war der Steinträger mit dem roten Schnauzbart, der gestern Rache geschworen hatte.

Michael hatte nicht einmal einen Schuß gehört. Der Knall war im Lärm der Straße verhallt.

Das alles dauerte kaum zwei Sekunden. Michael stand noch immer und begriff nicht. Er spürte immer noch den heftigen Schmerz an der Schulter.

„Bist du getroffen?“ fragte Eva, die Augen geweitet in Angst und Besorgnis, und blickte ihm ins Gesicht. Michael schüttelte den Kopf, er vermochte kein Wort zu erwidern. Der Schlag gegen die Schulter war immer stärker spürbar.

„Oh, du blutest ja!“ rief Eva aus, und sie nahm ihr kleines Taschentuch und schob es hastig unter seine Weste. Erregt versuchte Eva ihn wieder ins Gebäude zurückzudrängen.

Endlich vermochte Michael zu sprechen. „Es ist nichts,“ sagte er. „Was kann es sein? Was wollte er?“ schrie er dem Menschenknäuel zu, der sich um den Steinträger ballte.