„Wir finden nun Zeit für manchen Gedanken, den wir immer zurückstellen mußten, Eva. Da ist zum Beispiel dieser Plan mit den schwimmenden Werkstätten, die überallhin leicht transportiert werden können. Willst du schreiben, Eva?“

Eva streikte. Das sei eine zu anstrengende Arbeit. Sie erinnerte dann, daß der Termin des Preisausschreibens bereits überschritten war.

Auch damit war Michael einverstanden.

Die Gesellschaft hatte vor mehreren Monaten ein Preisausschreiben veröffentlicht. „Verbesserungen und Vorschläge zum Bebauungsplan der Lüneburger Heide.“ Städtebauer, Architekten, Ingenieure und Volkswirte hatten sich an dem Preisausschreiben beteiligt, und es war nur selbstverständlich, daß sich unter den Bewerbern eine große Anzahl seiner Mitarbeiter befand. Die Durchsicht der eingereichten Arbeiten erfreute Michael. Das Kollegium trat zusammen, und es zeigte sich, daß einer seiner jüngsten Mitarbeiter, ein in der Öffentlichkeit völlig unbekannter Mann, die beste Arbeit geliefert hatte. Er hieß Georg Weidenbach und war der Leiter einer der kleineren Siedlungen in der Nähe von Berlin.

Michael bat Weidenbach zu sich, um ihn zu beglückwünschen. Ein schmächtiger junger Mann mit blondem Haar, gebranntem Gesicht und strahlenden Augen trat in sein Zimmer.

„Sie haben eine vorzügliche Arbeit geliefert,“ sagte Michael zu ihm und schüttelte ihm die Hand. „Ich werde Ihnen die Leitung einer Abteilung übergeben. Halten Sie sich bereit, nach Berlin zu kommen. Sobald ich aus der Klinik heraus sein werde, hören Sie von mir.“ Er betrachtete Georg aufmerksam. „Wo habe ich Sie schon gesehen?“ fragte er dann.

Georg erinnerte ihn an jene Szene, da er ihn bat, seine jetzige Frau mit nach Glückshorst nehmen zu dürfen.

„Oh, Sie sind es!“ entgegnete Michael. „Ich erinnere mich noch deutlich. Ich freue mich sehr, Sie wiederzusehen. Sie sehen um vieles besser aus als damals.“

Wenige Tage, nachdem die Ärzte Michael als geheilt entlassen hatten, rief er Weidenbach nach Berlin. Er führte Georg persönlich in die Abteilung ein, deren Chef er wurde, und übergab ihm seine Arbeitsräume.

„Also Glückauf und immer vorwärts, Weidenbach!“ rief er ihm zu.