„So schreibe!“ sagte der „Rajah“.
Michael Petroff setzte sich zurecht und der „Rajah“ begann:
„Wir, Rajah von Mangalore, verbannt von der englischen Regierung, die wir sterben, erhaben über das Gefühl der Rachsucht für unsere Feinde, um unsere Untertanen zu erretten, geben unserem Volke kund:
Gruß dir, unser Volk! Gruß euch, Palmenwäldern, die die Tempel unserer Väter beschatten! Gruß dem blauen Fluß, der unser Land erquickt!“ —
Michael Petroff, der eifrig und hingegeben niederschrieb, was der „Rajah“ diktierte, blickte auf, da der „Rajah“ eine Pause machte. Da sah er, daß aus den glänzenden schwarzen Augen des „Rajahs“ zwei große Tränen rannen, die über seine leuchtenden fahlen Wangen liefen und in den Bart sickerten.
Der „Rajah“ hob die Hand zu einer erhabenen Gebärde. Dann fuhr er fort, bis ans Ende gleich ruhig und hoheitsvoll:
„Wir erlassen eine allgemeine Amnestie! Alle unsere Kerker und Gefängnisse sollen sich öffnen und in Asche gelegt werden. Fortan werde kein Blut mehr vergossen!“
„Oh, Herr — — Fürst!“ flüsterte Michael Petroff und schrieb.
„Es gebe keine Arme mehr in unserem Land, und niemand soll mit der Schale betteln gehen. Das Vermögen in unseren Kammern sei zu gleichen Teilen unter das Volk verteilt. Es gebe fortan weder Kasten noch Stände. Jedermann sei dem andern gleich und alle seien Brüder und Schwestern.
Die Greise sollen ihre Hütte haben, um darin zu sterben, und den Kindern vermachen wir die Wiesen, darauf zu spielen. Den Kranken schenken wir Gesundheit und den Unglücklichen Schlaf, tiefen Schlaf. Es soll keine Kriege mehr geben und keinen Haß mehr zwischen den Völkern, gleichviel welcher Farbe, so bestimmen wir es. Die Richter seien weise und gerecht, und wer Unrecht tat, dem soll man sagen: geh und sei glücklich, denn das Schlechte kommt aus dem Unglück hervor.