Den Menschen vermachen wir die Erde, daß sie sich darin teilen vermögen, den Fischen das Wasser und Meer, den Vögeln den Himmel und den Tieren die Wälder und die Auen, die darin versteckt liegen!

Dich, unser Volk, aber segnen und küssen wir, die wir sterben.“

Der „Rajah“ hob die Arme segnend empor und sank in die Kissen zurück.

Alle im Zimmer blieben still und sahen auf ihn, dessen Brust rasch und unmerklich ging und dessen Lider über die Augen herabgesunken waren und wie helle Flecke in seinem Gesicht erschienen.

Doktor März trat leise an das Bett heran.

Da lächelte der „Rajah“. Er bog den Kopf zurück, öffnete die Lippen, und es sah aus, als wollte er singen. Aber nur ein feiner singender Ruf, der ganz hoch ausklang, kam über seine Lippen, so fein und fern, als rufe der „Rajah“ schon aus weiter Ferne. Es war der Ruf der Straßenverkäufer im Orient.

Der „Rajah“ war tot.

Michael Petroff stand auf den Zehenspitzen und blickte mit halboffenem Mund in das fahle, unverständlich schöne Gesicht, das aus den schwarzen Haaren schimmerte. Ein beschämendes Gefühl erfüllte ihn. So lange hatte er mit dem Toten gelebt, ohne zu denken, wer er war. Er hätte niederknien mögen bei dem Bett des Toten und flüstern: „Fürst, mein Fürst!“ Aber er wagte es nicht, sich zu nähern, er fürchtete sich und stahl sich aus dem Zimmer.

Als Doktor März nach einer geraumen Weile auf den Korridor heraustrat, überraschte ihn die Ruhe des Pavillons. Kein Laut war zu hören. Der dumpfe Schritt oben, der stundenlang hin und her gegangen war, war verstummt. Und Engelhardt hatte aufgehört zu schreien und zu stöhnen.