Dusentschur. Nicht dich glotze ich an, Bruder Knipperdolling, oberster Hauptmann des Königs. Sondern dein Panzerhemd glotze ich an. Bist ja gerüstet wie ein bischöflicher Feldoberst!

Knipperdolling gutmütig: Nichts kann man dir zu Gefallen tun, Dusentschur.

Dusentschur. Trage ich eine Rüstung? Trägt König Johann eine Rüstung? Nur die Heiden tragen Rüstungen und stählerne Schienen. Ich brauche auch kein Schwert, Knipperdolling.

Knipperdolling. Die Männer sind nicht alle gleich, Dusentschur. Der eine liebt es, in Hose und Hemd in die Schlacht zu gehen – der andere liebt es, mit eisernen Schienen und einem Schwert zu prahlen. Zu diesen gehöre ich, Dusentschur. Du weißt ja, Knipperdolling hat ein eitles Herz. – Freunde und Brüder, da mich Johann zum obersten Stadthauptmann eingesetzt hat – Dank euch für euren Eifer am heutigen Tage. Ich wüßte nicht zu sagen, wer von euch am tapfersten gestritten hat für die Sache Gottes. Fünf Angriffe haben die Bischöflichen unternommen, fünfmal haben sie sich an den Wällen die Schädel zertrümmert. Ein Gelächter für die Himmlischen, eine Freude dem Auge Gottes! Freunde! Es wird gemeldet, daß vierzig bischöfliche Offiziere und Hauptleute und sechshundert Knechte am Platz blieben. Bewegung. Rufe: Münster, Münster! Die Zimmergesellen haben am Jüdefelder Tor den bischöflichen Feldobersten Meinhard von Hamm und seinen Fähnrich gefangengenommen!

Einige. Meinhard von Hamm?

Andere. Her! Der Werwolf von Hamm!

Dusentschur. Her mit ihm, daß ich ihn mit meinen Händen in Stücke zerreiße!

Knipperdolling. Ich habe befohlen, daß man ihn ohne Verzug vorführe. – Zweihundert bischöfliche Knechte sind in unsere Gefangenschaft gefallen. Ich ließ sie in den Lambertifriedhof sperren und habe angeordnet, daß die Frauen sie bewachen.

Tilbeck schrill lachend: So ist es gewiß, daß keiner entkommen wird! Lachen.

Gert tom Kloster. So wahr ich lebe, ich möchte nicht gegen die Weiber von Münster kämpfen!