Tilbeck. Und ein mächtiger Prediger war er, unser Bruder Jakob, wenn der Geist über ihn kam. Predigte furchtlos, ob sie ihn auch mit dem blanken Schwerte bedrohten. Als einer der ersten hat er die Taufe genommen.

Rottmann. Wacker hast du geschmiedet an der Rüstung des lebendigen Gottes! Du hast den Ambos geschlagen und die Bälge getreten, bis die Funken emporsprangen über der Stadt Münster. Bis die Funken hinausstoben über das ganze münsterische Land und über die Erde dahinflogen!

Der Tote wird fortgetragen.

Knipperdolling erscheint mit mehreren Hauptleuten von rechts. Er trägt einen Kettenpanzer, eine Stahlhaube und ein riesiges Schwert. Schwert und Stahlhaube wirft er einem jungen Knecht zu. Er ist schweißüberströmt, das Gesicht geschwärzt und rußig. Ein mächtiger schwerer Mann, herkulisch gebaut, stets in prächtiger Laune. Brüllt außer sich vor Freude: Der Bischof geschlagen, Freunde und Kameraden! Geschlagen ist Bischof Franz! Er lacht laut und brüllend.

Alle. Knipperdolling! Knipperdolling!

Knipperdolling. Seiner fürstlichen Gnaden haben wir den Hinteren weidlich gegerbt, diesmal, und verdroschen, ihr Freunde! Und das Maul seiner Heiligkeit haben wir mit Stückkugeln gestopft, daß er das große Kotzen kriegte. Nun kann ich ruhig dahinfahren, wenn es sein soll.

Schenk. Wirst noch manchmal vor die Wälle gehen, Knipperdolling und ihnen die Geschütze vernageln!

Knipperdolling ergreift einen Humpen und macht mächtige Züge: Tod dem Bischof Franz von Iburg und Münster! – Tod dem Luther in Wittenberg, dem Heuchler und Fürstenknecht! – Tod den Ungläubigen, die Gott nur mit dem Maule und schönen Worten dienen. Alle: Tod! Tod! Schlage sie nieder, Herr! Er hebt den Humpen: Münster, die heilige Stadt. Leert ihn.

Alle durcheinander: Münster! Münster! Das neue Zion! Die heilige Stadt!

Knipperdolling wischt sich den Schweiß ab: Ich habe heute mehr Schweiß vergossen als Wasser in der Werse ist. Fast wundere ich mich, Freunde, daß das Wasser, das mir aus der Haut lief, die Bischöflichen nicht von den Wällen schwemmte. Zu Dusentschur, der auffällig unruhig um ihn herumging und nun mit gespreizten Beinen steht und ihn anstarrt: Weshalb glotzt du mich so an, Bruder Dusentschur! Gefalle ich dir nicht?