Alle durcheinander: Roll! Bruder! Willkommen! Willkommen in Münster! Roll ist ein mittelgroßer Mann von etwa 40 Jahren. Blaß, dünner Bart. Er ist die volkstümliche Christuserscheinung. Seine Stimme ist sanft, seine Gesten sind weich und beschwörend. Seine Augen schwärmerisch und von großer Güte. Sein Gebaren verrät auch jetzt noch den früheren Karmelitermönch.
Dusentschur gebärdet sich am unsinnigsten: Macht Platz für Bruder Roll! Er ist müde und bestaubt. Bruder Roll ist heimgekehrt! Die lichten Engel Gottes haben ihn auf ihren Händen getragen! Macht Platz für den Geliebten! Führt ihn an der Hand zum Tisch.
Roll. Erlaubt, daß ich die Lippen netze. Zwei Nächte und zwei Tage bin ich auf den Beinen, ohne zu ruhen.
Knipperdolling. So sage eines, Roll, wie bist du durch das bischöfliche Lager gekommen?
Roll. Der Bischof hat die Bauern aufgeboten, die Verwundeten in die Dörfer zu fahren. Auf solch einem Bauernwagen kam ich ins Lager. Es ist eine solche Verwirrung im Lager draußen, daß jeder kreuz und quer gehen kann, ohne daß man ihn beachtet.
Alle durcheinander: Erzähle, Roll. Berichte! Wo warst du? Wo kommst du her? Wie steht es draußen?
Roll. Laßt mich Atem holen, Freunde. Ich war in Köln, ich war in Lüttich, ich war in Groningen, ich war in Amsterdam, ich war in Leyden, ich war in Friesland, in Bremen, ich war im Lübeckschen.
Knipperdolling. Bei allen Teufeln, Heinrich, bist du geflogen?
Roll. Oft schien es mir, als trügen mich Fittiche dahin. Habe wenig geschlafen in den drei Monaten.
Krechting. Berichte! Wie geht es in der Brüderschaft?