Alle jubeln durcheinander: Bruder Roll! Münster! Münster!

Ein Bote laut: König Johann bittet dich, Bruder Roll.

Knipperdolling. Gehe, Roll. Johann sieht es nicht gerne, daß wir Nachrichten früher erhalten als er. Geleitet ihn!

Tilbeck zu einem Gesellen, der rasch in die Halle tritt: Was bringst du, Freund?

Geselle. Der bischöfliche Feldoberst Meinhard von Hamm!

Knipperdolling. Ihr Freunde! – Führt ihn hierher!

Dusentschur. Tummele dich, Geselle!

Rottmann. Wahr und wahrhaftig, heute ist Münsters großer Gnadentag!

Ein Haufe von Gesellen (Zimmerleute) bringen Meinhard von Hamm und seinen Fähnrich Graf Wenzel von der Langenstraaten in die Halle. Meinhard ist ein Mann von etwa 50 Jahren, grau, entschlossenes hartes Gesicht, dünnes Schnurrbärtchen, Fliege, kleines Spitzbärtchen. Im Harnisch, ohne Haube. Er ist ohne jede Furcht.

Wenzel, sein Fähnrich, ist ein hübscher, junger, zarter Mann von knapp 19 Jahren. Er ist völlig erschöpft und kreidebleich. Beiden sind die Hände lose mit langen Stricken gefesselt. Mit fröhlichem, nicht bösartigem Lärm treiben die Gesellen sie mit ihren Spießen in die Halle.