Meinhard. Ich bin ja oft genug im Jahr nach Münster geritten. Damals warst du noch nicht „Königlicher Statthalter“, Knipperdolling. Damals hast du noch Barchent und Tuch und Leinwand verkauft und dein Laden war am Prinzipalmarkt.

Knipperdolling. Er ist heute noch da, Meinhard. Nur gibt es nichts mehr zu kaufen dort. Es wird bei uns nicht mehr gefeilscht und gehandelt um Geld und gewuchert. Du weißt ja, daß wir alles gemein haben in der Stadt Münster. Das Tuch und Linnen habe ich an die Brüderschaft gegeben, und wir haben Hosen, Wämser und Hemden daraus geschnitten.

Meinhard. Ihr habt ja einen solch gewaltigen Schneider in der Stadt!

Dusentschur. Schlag ihn auf sein großes Maul, Knipperdolling!

Gert tom Kloster. Schmäh’ das Handwerk nicht! War nicht Christus ein Zimmermann?

Meinhard hat Dusentschur voll Erstaunen gemustert: Ist es möglich? Nun erst erkenne ich das Männchen da wieder. Der Goldschmied Dusentschur aus Warendorf. War ein stiller Mann, der den Tag über nicht zwei Worte sprach und immer fleißig in der Werkstatt saß. Die Werkstatt war voller Käfige mit kleinen Singvögeln. Noch vor einem Jahr hast du mir für meinen Schwager eine goldene Kette geschmiedet.

Dusentschur. Die Kette, die ich dir heute schmiede, wird nicht aus Gold sein!

Meinhard. Und der Graue da? Ist mir der Pulverdampf in die Augen getreten? Tilbeck, früher Bürgermeister –

Tilbeck. Recht gesehen, Meinhard.

Meinhard. Und da, der Prediger Bernhard Rottmann, der „Stuttenbernt“?