Knipperdolling. Verschwätze deine Zeit nicht, Meinhard. Die Sterne werden bald aufgehen.

Meinhard. Ein Wort noch in Freundschaft, Knipperdolling. Zum Dank für den Trunk will ich dir eins geloben: wenn du einmal in meine Hände fällst, so sollst du einen vollen Humpen haben, bevor ich dich an den Galgen knüpfe. Knipperdolling lacht laut auf. Den Angriff heute habt ihr abgeschlagen. Den nächsten Sturm aber werdet ihr nicht mehr bestehen.

Knipperdolling. Du wirst es ja nicht mehr miterleben.

Meinhard. Der Bischof hat Sendboten an die evangelischen Fürsten gesandt, und sie haben ihm ihre Hilfe zugesagt. Bewegung.

Tilbeck. Wem willst du das weismachen?

Rottmann. Der Bischof wird sich nie und nimmer an die evangelischen Fürsten wenden! Es war von jeher das Bestreben des Bischofs, Münster wieder zu einer katholischen Stadt zu machen.

Meinhard. Glaubt oder glaubt nicht, was ich sage. Es steht bei euch. Vom Herzog von Geldern sind zwölf Feldschlangen und sieben Feuermörser unterwegs, dazu achthundert Knechte. Sie stehen schon bei Wesel. Lachen.

Gert tom Kloster. Und acht Wagen mit Pulver vom Erzbischof in Köln. Aber bei Lüdinghausen haben die Unserigen sie euch abgenommen und heute habt ihr schon das kölnische Pulver gerochen.

Tilbeck. Willst du den Robert von der Eichen begrüßen, Meinhard? Gestern kam er mit fünfzig Knechten aus dem Lager in die Stadt und bat um Quartier.

Meinhard. Ich will das Galgengesicht nicht sehen. Glaubt mir, ihr Herren, nicht alles Pulver werdet ihr abfangen, und wir haben Pulver für ein ganzes Jahr im Lager. Ihr aber habt mühselig ein paar Tonnen in Mainz und Paderborn gekauft und heimlich hereingebracht. Ihr habt Salpeter aus Ställen und Mistgruben gewonnen. Darum, Knipperdolling, gib die Sache auf, bevor die evangelischen Fürsten mit dem Bischof gemeinsame Sache machen.