Knipperdolling voller Achtung, verbeugt sich: Das ist ein Wort, Meinhard!

Meinhard. Du hast ja eine große Fertigkeit im Köpfen bekommen, hört man im Münsterland sagen, Knipperdolling. Eins aber will ich dir sagen, Knipperdolling, Statthalter und Kanzler des Königs Johann, eines sage ich dir: Der Bischof hat Käfige schmieden lassen aus dicken Eisenstangen. Ich habe sie gesehen, sie stehen bereit im bischöflichen Feldlager. In diese Käfige – das hat der Bischof geschworen – wird er dich sperren, Knipperdolling, Johann und seinen Anhang – und er wird euch wie wilde Tiere durch das münsterische Land führen, durch Köln, Holland, Friesland, Brandenburg.

Gelächter.

Tilbeck. Der Bischof soll sich in acht nehmen, daß wir ihn nicht im Käfig auf die Wälle stellen – wie ein gefangenes Eichhörnchen – damit die Knechte im Lager etwas zu lachen haben! Lachen.

Gert tom Kloster. Wir werden ihm eine Mütze auf den Kopf setzen, daß man das Gesicht nicht mit seinem Hintern verwechselt.

Meinhard. Wüßtet ihr alles, ihr Herren, was ich weiß, so würde euch vielleicht der Spott vergehen.

Knipperdolling wechselt Blicke mit den andern: Nun, so rede nur, Meinhard, wir hören. Wir lernen gerne etwas dazu, sind nicht so hoffärtig. Hannes, gib dem Ritter einen Trunk!

Meinhard trinkt: Auf den Sieg des Bischofs, ihr Herren!

Geschrei: Schelm, schamloses Maul.

Meinhard. Soll ich etwa auf den Sieg Johanns trinken? Das verlangt ihr wohl nicht.