Wenzel. Wie geschah das?
Divara. Ich wuchs in einem Dorf an der holländischen Grenze auf. In einer Nacht kam ein Prediger zu uns, ein Täufer aus Harlem. Es war Jan Mathys.
Wenzel. Jan Mathys! Oh, ich hörte seinen Namen.
Divara fast verletzt, strahlend: Es wäre merkwürdig, hättest du seinen Namen nicht gehört! – Er predigte und taufte in einer Scheune. Ich lauschte im geheimen und ich fühlte, daß er allein die Wahrheit lehrte. Am Morgen kamen Reiter des Bischofs aus Cleve und durchforschten den ganzen Hof nach dem Propheten. Mathys stand kaum drei Schritte neben ihnen in der Scheune. Aber die Reiter sahen ihn nicht.
Wenzel. Wieso aber sahen sie ihn denn nicht?
Divara. Gott hatte ihnen die Augen verschlossen und sie geblendet! – Ich verließ meine Eltern und folgte Mathys nach Münster.
Wenzel. Oh, wie seltsam ist das alles! Aber – man erzählte mir im Lager – Jan Mathys sei im Kampfe gefallen?
Divara. Er fiel in der Woche nach Pfingsten. Siehst du diese Ampel dort? Sie brennt zu seinem Gedächtnis. Eine Erleuchtung war über ihn gekommen. Eines Abends sagte er: Liebe Brüder, der Herr hat mich berufen zu hoher Tat. Morgen werde ich in das Lager der Heiden gehen und sie mit dem Schwerte schlagen. Er wählte zwölf Streiter und zog zum Tore hinaus. Ich stand mit den anderen auf dem Wall und wir sahen ihn kämpfen. Hunderte fielen über Mathys und seine Streiter her. Mathys stand wie ein Turm, aber zuletzt schlugen sie auch ihn nieder.
Wenzel. Und du lächelst?
Divara. Was ist der Tod? Gott hat Mathys zu sich gerufen in die Herrlichkeit, um seinen Glauben zu belohnen. Er benutzte die Deinigen als sein Werkzeug.