Alle ab. Johann bleibt allein.
Johann steht in der Mitte des Raumes, in tiefes Nachdenken versunken. Sein Blick brennt. Eine Magd steckt einige Kerzen an.
Wenzel tritt scheu ein: Divara schickt mich zu Euch.
Johann ohne aufzublicken: Wer spricht hier?
Wenzel. Divara schickt mich zu Euch. Ich bin Wenzel von der Langenstraaten, bischöflicher Fähnrich, heute in Gefangenschaft geraten. Wirft sich in die Knie. Ich bitte um die Gnade, in Münster bleiben zu dürfen. Bin dir, Johann, mit Leib und Seele ergeben.
Johann blickt ihn an: Du zitterst?
Wenzel. Ich habe Furcht vor dir.
Johann lächelt: Stehe auf. Bald wird die Zeit vorüber sein, da ein Mensch vor dem anderen Furcht hat. Vor Gott allein sollst du zittern. Zittere, wenn die Sonne aufgeht, denn der Herr ist im Licht. Wenn der Wind säuselt, so zittere, denn der Herr ist im Winde. Niemals aber zittere vor dem gebrechlichen Menschen. – Bleibe in Münster. Bemühe dich. Diene auf den Wällen und sage Knipperdolling, daß er dir einen Platz anweisen möge. Jetzt gehe!
Wenzel ab.
Johann steht wie vorhin, tief in Gedanken versunken. Seine Augen brennen.