Johann von Raesfeld. Marter und Leiden und Wunden und Kreuz und alle Plagen wünschen wir dem Rate der Stadt Warendorf. Sie werden den Schritt bitter bereuen oder ich bin die längste Zeit am Hofe des Bischofs Franz Kämmerer gewesen. – Führt das münsterische Weib vor, oder besser, erst den Bürger. Frauen am Morgen sind für mich wie Spinnen, sie verderben mir den ganzen Tag.

Der Offizier ab.

Johann von Raesfeld setzt sich erschöpft: Auf Schlimmes war ich gefaßt, aber es ist noch schlimmer gekommen. Rebellion, Aufruhr, das Lager in Auflösung, Dr. Melchior! Nur ein Wunder kann noch helfen, Doktor Melchior! Die Sache des Bischofs gefällt mir nicht.

Dr. Melchior. Dazu drohen die Grafen Oldenburg wieder mit dem Einfall wegen der Grenzstreitigkeit.

Johann von Raesfeld. Feinde als Nachbarn und keine Freunde im Reich. Es ist gerade, als ob die Hölle ihren Unflat im münsterischen Lande abladen wolle.

Der gefangene Bürger wird von Knechten die Steintreppe (Ecke links) hinabgestoßen. Er schreit. Wirft sich auf die Knie.

Gefangener Bürger. Gnade, Gnade, ihr Herren. Gelobt sei Jesus Christus!

Johann von Raesfeld. Winsle wie ein Hund, du Fratze eines Christen. Beflecke mit deinen Grimassen nicht diesen Raum. Stehe auf, du Spitzbube und Galgenvogel.

Dr. Melchior. Wie heißt du? Wer bist du?

Gefangener Bürger. Ich heiße, ihr hohen Herrn, Martin Zänglein und bin seit dreißig Jahren Schuhmachermeister in Münster. Mein Laden ist gleich neben dem Prinzipalmarkt. Geht hin, hohe Herren, und überzeugt euch, daß ich die Wahrheit spreche. Ich bin als Schuster bekannt im Münsterland und habe für Grafen und Standesherrn gearbeitet.