Johann von Raesfeld. Hast du schon einen spanischen Stiefel gesehen?

Gefangener Bürger. Holländische und französische Stiefel habe ich gesehen, aber einen spanischen noch nicht, Euer Gnaden.

Johann von Raesfeld. Der spanische Stiefel, mein Sohn, ist aus Eisen. Man steckt deinen Fuß hinein, du Spitzbube, und gießt den Stiefel voll mit geschmolzenem Blei.

Gefangener Bürger. Au, au, Erbarmen, ihr Herrn!

Dr. Melchior. Weshalb hast du Münster nicht im Februar verlassen, als die Täufer alle Bürger, die die Taufe nicht annehmen wollten, aus der Stadt jagten?

Gefangener Bürger. Meine Frau lag auf den Tod krank, Euer Gnaden, sie hatte die Lungensucht. Ich konnte sie nicht im Stiche lassen. Sie ist im Sommer gestorben.

Dr. Melchior. Hast du die Taufe genommen?

Gefangener Bürger. Oh, hoher und edler Herr, sie hustete so schrecklich, daß man glaubte, sie hustet sich die Lunge aus der Brust.

Johann von Raesfeld. Weshalb verließest du nun die Stadt, Schuster?

Gefangener Bürger. Ach, gnädigster Herr, ich konnte alle die Greuel nicht mehr mit ansehen. Meine Ersparnisse haben mir die Täufer abgenommen und mein Leder nahmen sie mir, denn sie sagen, was dem einen gehört, das gehört allen. Und ich mußte für ihre Knechte Schuhe nähen ohne jeden Lohn.