Gefangener Bürger. Davon habe ich nichts gesehen und gehört. Ich habe gesehen, daß sie Pech und Kalk auf den Wällen bereitstellen, weil sie glauben, daß die Bischöflichen nochmals stürmen könnten.

Johann von Raesfeld. Das also hast du gesehen, Schuster? Mit eigenen Augen?

Gefangener Bürger. Mit eigenen Augen. Ich sah auch, daß sie die Breschen und Löcher in den Wällen ausbessern.

Johann von Raesfeld atmet auf: Nun gut! – Pack dich jetzt, Schuster! Du hast uns keine Neuigkeiten erzählt. Was du berichtet hast, wußten wir schon lange.

Gefangener Bürger. Euer Gnaden! Voller Angst. Es ist auch ein münsterisches Weib in die Hände der bischöflichen Knechte gefallen. Hütet Euch vor diesem Weib. Sie ist eine Täuferin und geht im Hause Johanns ein und aus.

Johann von Raesfeld stutzt erst, dann: Schrecke uns nicht mit münsterischen Weibern. – Das Leben wollen wir dir schenken –

Gefangener Bürger in ungewisser Freude: Oh, Herr, gnädigster Herr! –

Johann von Raesfeld. Knechte! Nehmt ihn! Gerbt ihm tüchtig das Leder, da er doch ein Schuster ist. Dann treibt ihn mit Peitschen zurück zu den Toren Münsters.

Gefangener Bürger auf den Knien: Johann wird mich in Stücke hauen lassen.

Johann von Raesfeld. Er erspart uns die Arbeit. Fort mit dem Haufen Dreck.