Hille Feiken. Ich fürchte keine weltliche Obrigkeit. Aber mit dir will ich nicht sprechen, ich will mit dem Bischof sprechen. Und mit ihm ganz allein. Verführerisch. Sende deine Diener hinweg, Bischof, damit ich mit dir allein sprechen kann. Ich will dir die Stadt Bethulia in die Hand geben, so daß du nicht einen Mann verlierst.

Bischof. Du sagst Stadt Bethulia? Seit wann nennt ihr Münster Bethulia? Bisher nannten die Täufer sie Zion und Neues Jerusalem. Aber Bethulia?

Hille Feiken. Wir nennen sie auch zuweilen Bethulia, weil sie belagert ist, wie Bethulia, die Stadt Judiths, belagert war.

Johann von Raesfeld flüstert argwöhnisch mit Dr. Melchior.

Bischof. Sprich getrost, als ob wir allein wären. Niemand wird dich unterbrechen.

Hille Feiken. Deine Magd bittet dich nochmals, Bischof, allein mit dir sprechen zu dürfen. Denn Gott hat mir befohlen, nur dir allein das zu sagen, was ich sagen muß.

Bischof. Zieht Euch zurück, Ihr Herren.

Johann von Raesfeld. Wir ziehen uns zurück, aber wir werden den Saal nicht verlassen.

Bischof. Und nun sprich, Hille Feiken.

Hille Feiken überwindet sich nach einigem Zögern: Höre deine Magd an, Bischof. Wirst du tun, was ich dir sage, so wird dir Gott den Sieg geben. Denn Gott ist erzürnt über unsere Sünden und hat durch seine Propheten verkünden lassen, er wolle das Volk strafen um seiner Sünde willen.