Bischof. Beginnt die Einkehr in Münster?

Hille Feiken geht immer näher: Die Furcht ist über sie gekommen. Dazu leiden sie Hunger und müssen vor Durst verschmachten. Sie haben ihr Vieh geschlachtet und sie wissen, daß sie umkommen müssen, weil sie voller Sünde sind. Und weil ich das weiß, Bischof, bin ich von ihnen geflohen, und der Herr hat mich zu dir gesandt, daß ich dir solches anzeige. Sie stockt.

Bischof. Sprich getrost, so sonderbar deine Rede auch klingt.

Hille Feiken, ihr Gesicht leuchtet, ihr Auge ist verzückt: Und deine Magd wird hinausgehen und Gott anbeten. Der wird mir offenbaren, wann er ihnen ihren Lohn geben will für ihre Sünde. So will ich dann kommen und dir’s anzeigen – und dich mitten durch Jerusalem führen – daß du alles Volk Israels habest wie Schafe, die keine Hirten haben und wird nicht ein Hund dich dürfen anbellen ... Sie ist nun ganz nahe.

Bischof ist unruhig: Deine Rede wird wirrer und wirrer.

Hille Feiken mit einem verführerischen Lächeln: Denn deine Weisheit ist hochberühmt in aller Welt und jedermann weiß, daß du der gewaltigste Fürst bist im ganzen Königreich.

Bischof hebt die Hand: Ich verstehe das Weib nicht mehr. Sie redet im Fieber.

Johann von Raesfeld tritt vor: Aber ich verstehe sie. Packt Hille rasch an. Was willst du mit dem Sack? Was hast du in dem Sack?

Hille verwirrt und erschrocken: Ich habe nichts in dem Sack. Glaubt mir! Ich habe ein Stück Brot in dem Sack. Aber nicht mit dir will ich sprechen. Nur mit dem Bischof.

Johann von Raesfeld nimmt ihr den Sack ab und nimmt ein Stück Brot heraus: Weshalb Brot?