Johann. Laßt sie morgen früh öffentlich richten, damit die Frauen Münsters sehen, wie ihnen geschieht, wenn sie den Herrn lästern.

Knipperdolling. Die Frau des Bäckers Ullenhorst hat zwei Kinder durch Hunger und Krankheit verloren. Sie weiß nicht mehr, was sie sagt.

Johann. Erstaunt bin ich, daß du Übeltäter verteidigst, Knipperdolling!

Rottmann. Obschon der König strenge Gesetze angeschlagen hat gegen die Trunkenheit, greift das Laster unter dem Kriegsvolk mehr und mehr um sich. Es sind fünf Kriegsknechte angeklagt, den Weinwirt Zacharias in der Trunkenheit blutig geschlagen zu haben, weil er ihnen keinen Wein mehr ausschenken wollte.

Johann. Wir haben befohlen, daß auf den Wällen und in den Wachtstuben geistliche Lieder gesungen werden, wie es Christen geziemt, die unter der Fahne der Gerechtigkeit dienen. Aber Würfel und Wein sind nicht auszurotten. Ich bin gesonnen, diese Vermessenen streng anzufassen. Die Knechte haben den Tod verdient!

Knipperdolling. Johann, wie geschwind du heute fährst! Diese fünf Knechte kenne ich gut. Es sind tapfere Gesellen, Johann!

Johann. Willst du auch sie verteidigen?

Knipperdolling. Ja, ich will ein Wort der Fürsprache für sie vorbringen. Bei jedem kecken Streich, wenn wir ein Geschütz vernagelten, eine Mine legten, ein Blockhaus verbrannten, bei jedem Abenteuer waren sie fröhlich und mutig dabei. Es sind derbe Gesellen, das ist wahr –

Johann unterbricht ihn: Handelt nach meinem Befehl!

Knipperdolling erhebt sich: Ei, Johann, du wirfst ja heute mit Köpfen um dich, ganz wie der Bischof Franz!