Johann. Wagst du es, mich mit dem Bischof in einem Atem zu nennen?
Knipperdolling. Wohlfeil sind Menschenleben bei dir in der letzten Zeit wie beim Bischof. Es sind fünf tapfere Kriegsleute! Ich erhebe Einspruch gegen dieses Urteil vor dem gesamten Rat! Sieh dir den Spruch an, der auf deinem Zepter steht, Johann!
Johann. Du brauchst mich nicht an den Spruch zu erinnern: Ein König der Gerechtigkeit überall. So soll es bleiben. Setze dich, Bruder Knipperdolling, und bescheide dich. – Liegen weitere Klagen vor, Rottmann?
Knipperdolling zornig: Bin ich ein Lehrling, dem man sagt: setz’ dich und halte das Maul? Seitdem du dir die goldene Krone hast machen lassen, Johann, ist dir die Hoffart zu Kopf gestiegen!
Johann bleich: Was sagst du? Schweige!
Knipperdolling. Ich schweige nicht! Lasse mir nicht das Wort verbieten!
Bestürzung im Rat und Unruhe im Volk.
Rottmann. Versündige dich nicht, lieber Bruder Knipperdolling. Du weißt, daß Johann die Krone nicht aus menschlicher Eitelkeit trägt, sondern als ein Zeichen, daß Gott ihn eingesetzt hat zum König über die neue Christenheit. Im Rat wurden Krone und Abzeichen der königlichen Würde beschlossen und du selbst, Knipperdolling, stimmtest allen Vorschlägen zu.
Tilbeck. Knipperdolling – du gibst Ärgernis vor dem Volk!
Dusentschur. Der Böse ist über dich gekommen, Knipperdolling!