Knipperdolling. Ich will dir etwas sagen, Johann, ich will dir etwas sagen. Gott hat mir in der letzten Nacht einen Traum eingegeben. Einen sonderbaren Traum.
Johann. Laß hören. Wir wollen hören, was Knipperdolling träumte. Wie Jesaia sagt: Wehe denen, die des Morgens früh auf sind, des Saufens sich zu befleißigen, und sitzen bis in die Nacht, daß sie der Wein erhitze.
Knipperdolling. Jesaia sagt auch: Wehe denen, die bei sich selbst weise sind und halten sich selbst für klug. Auch das sagt Jesaia.
Einige. Knipperdolling! Die Dirnen kreischen. Lachen.
Johann. Und David sagt in einem Psalm: Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause, und Lügner gedeihen nicht bei mir.
Stimmen. Brav, Johann! Du hast es Knipperdolling gut gegeben! Gut, Johann. Gelächter.
Knipperdolling. Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit, sagt der Prophet.
Johann. Den Traum, Knipperdolling.
Knipperdolling. Da träumte ich also: Da Gott und alle seine Engel wissen, daß Knipperdolling „früh auf ist des Saufens“ – so träumte ich von einem Faß voll Wein – so groß wie der Dom zu Münster. Gelächter. Und schöne Frauen saßen um das Faß herum, in Samt und Seide, fast wie Divara, Johann, und dein Hofstaat.
Johann. Deinen Traum laß hören, Knipperdolling.