Dann machte sich Silvia wieder bereit zu sterben. Sie war so schön und ihr Antlitz so heiter, so strahlend, als würde sie dem Geliebten vermählt und ginge es nicht in den Tod.
Die Henker lauerten des Winkes, aber da hob der König wiederum die Hand.
„Halt! halt!“ rief er keuchend und sann nach. Und er wandte sich zu den Gästen. „Seht! Seht! Seht doch wie lieblich sie ist! Wie schön sie ist! Wer sah je ein solch schönes Weib?“
Und er beugte sich weit über die Brüstung und flüsterte: „Noch eine Bitte steht dir frei, herrlichste Silvia, jede Bitte, welche es auch sei — bei meiner Ehre!“
Die Gäste jubelten.
Was denkst du nun, daß Silvia bat? Ja, was gab es auch anderes zu bitten, wie?
Aber als sie die Lippen zu diesem Wunsche öffnete, überfiel den König plötzlich der alte Grimm.
„Tötet sie, tötet sie!“ keuchte er und bewegte die Arme, als schleudere er Steine auf sie.
Silvias Haupt sprang über das Schwert.
Und als sie Auges Haupt abschlagen wollten, da fanden sie, daß er schon tot war.