Meine wunschlosen Tage waren dies.

Die Abendgesellschaft bei Graf Flüggen fand an einem Sonntage statt. Am Nachmittage jenes Sonntags fuhr Ingeborg im offenen Jagdwagen am Schlosse vorüber. Sie kutschierte selbst, knallte mit der Peitsche und nickte zu mir herauf.

Es war ganz eigentümlich. Ich träumte zuerst von ihr. Da stand ich im Hofe, in Hemdärmeln und schraubte an einem Pfluge, an dem einige Schrauben locker geworden waren. Der Hof lag zwischen dem Schlosse und den Wirtschaftsgebäuden und hatte ein breites Tor zur Bergstraße. Es war Sonntag, alles ruhig und leer. Die Sonne schien, so daß die Pflugschar gleißte und mir zuweilen in die Augen schnitt.

Pazzo lag in der Sonne, die Füße steif von sich gestreckt, weiß und blau sah er aus, er warf einen hellblauen schmalen Schatten, der jedes abstehende Härchen wiedergab. Er blinzelte und schien zu lächeln, weil ich mich ungeschickt anstellte. Und wenn ich ihn anblickte, so schlug er mit dem Schwanz auf den Boden, als wolle er sich für dieses Lächeln entschuldigen und mich milde stimmen.

Unvermittelt mußte ich an Ingeborg denken. Gewiß, dachte ich, hat sie dies vom Weißbrot und dem Karpfenteich irgendwo gelesen. Oder wenigstens schon oft gesagt und nicht erst in jenem Augenblicke erfunden. Nein, sicher hat sie es gelesen. Kam es mir nicht gleich bekannt vor? Ich werde sie fragen.

Haha, werde ich zu ihr sagen, Fräulein Giselher, diese Geschichte vom Weißbrot und dem Karpfenteich habe ich nun in einem Buche entdeckt. Was sagen Sie dazu?

Gewiß wird sie dann nicht leugnen.

Ich werde ihr sagen, daß ich mich freuen würde, sie öfters zu sehen. Ich habe vier junge Füchse, kleine drollige Spitzbuben — die Knechte nahmen einen Bau aus — kommen Sie und schauen Sie sich diese Füchse an, Fräulein Giselher.

Der Schweiß rann mir über das Gesicht und tropfte auf meine Hand, die schon schmutzig und fettig geworden war. Das Gewinde der Schraube schien verdorben zu sein.

Alles Ernstes, ich würde ein langes Gespräch mit ihr führen!