Fräulein Giselher, so würde ich beginnen, ich habe lange Jahre auf Sie gewartet, ohne es zu wissen.

Hahaha!

Weshalb sie nun lache? — Ohne es selbst zu wissen auf Sie gewartet. Sehnsucht und Träume viele Jahre. Ich strecke meine Arme des Nachts zum Fenster hinaus, um einen Nacken zu umschlingen — niemand ist da. Es pocht an meine Türe. Herein! rufe ich und erschrecke, denn endlich kommt sie. Aber niemand ist da. Nun aber — —

Hahaha!

Ja, das sind lauter Lügen, gewiß Fräulein Giselher. Ich liebe es zu lügen und ich habe ein großes Geschick dazu. Die Kinder und ich, was lügen wir doch zusammen! Aber eines sage ich Ihnen — Sie kennen mich nicht, meine Freundin. Nein. Ich rauche meine Pfeife und lächle vor mich hin, niemand weiß, was ich denke. Niemand weiß, was ich zuweilen denke, wenn der Wald wehklagt. Wäre es nicht möglich, daß ich ein Herz hätte? Ich sehe die Leute an und denke: sie kennen dich nicht und das stimmt mich heiter.

Da hob Pazzo den Kopf und zuckte mit den Ohren.

Ein Wagen rasselte die Straße herauf und flog am offenen Tor vorüber.

Ingeborg kutschierte. Niemand saß sonst im Wagen, den zwei glänzende Füchse zogen.

Ich grüßte, und Ingeborg neigte den Kopf, kühl und zurückhaltend, als kenne sie mich gar nicht.

Mußte ich aber auch gerade in Hemdärmeln im Hofe stehen. In Hemdärmeln, hohen Stiefeln, und dazu hatte ich schmutzige aufgequollene Hände.