Nun, der Hund habe keine Störung ins Haus gebracht. Gefressen habe er auch nicht viel. Er wolle halt sagen — er wolle es dem gnädigen Herrn selbst überlassen.

„Ein Vorschlag.“

„Sagen wir im ganzen fünf Mark.“

Ich lächelte. „Aber bitte —?“ sagte ich. Er sollte Pazzo nicht umsonst gepflegt haben!

„So sagen wir in Gottesnamen drei Mark. Ich versäume auch einen halben Tag. Verköstigung auswärts —“ Ich mußte lachen. Der Bahnwärter bekam einen roten Kopf.

Ich mußte immer mehr lachen. Da saß ich nun, zitterte vor Freude und er verlangte fünf Mark! Das war unerhört. Er hätte mein Vermögen verlangen können, ich hätte es ihm gegeben. „Erlauben Sie, mein Freund,“ sagte ich zu ihm, „es ist mir nicht zuviel, sondern zuwenig. Ich könnte Sie nun betrügen und fünfzig Mark geben — Sie würden zufrieden sein — aber es wäre Betrug. Denn dieser Hund da, jawohl dieser Hund da, ist kein gewöhnlicher Hund, nein!“ Ich erzählte nun, was das für eine Rasse sei, daß er mir schon über fünfzigtausend Mark an Prämien eingebracht habe, demnächst nach Amerika eingeschifft werde zu einer internationalen Hundeausstellung.

Es fiel mir schwer, nicht herauszulachen, denn das Gesicht des Bahnwärters wurde länger bei jeder Prämie. „Die beste Zeit des Hundes ist ja vorüber,“ schloß ich. „Er kann noch einige Prämien bekommen, ja. Ich würde ihn nicht für fünfzigtausend Mark hergeben. Ein Gerichtstaxator würde den Wert des Tieres auf etwa dreißigtausend Mark schätzen. Sagen wir zwanzigtausend. Nun haben Sie gerichtlich zehn Prozent des Wertes eines Fundgegenstandes zu beanspruchen, ich bin bereit, Ihnen zweitausend Mark auszubezahlen. Sind Sie damit zufrieden?“

„Nonono?!“

„Kein Scherz, ich kann Ihnen die Prämiierungs-Urkunden zeigen, wenn Sie es wünschen. Ich will Sie nicht betrügen.“ — Ich sprach leichthin, aber in überzeugendem Tone.

Der Bahnwärter lachte wie besessen, stand militärisch stramm, legte die Hand an die Mütze, warf mir Kußhände zu. Dann rannte er wie verrückt den Berg hinunter, er verlor dreimal die Mütze.