„Hahaha!“ lachte Ingeborg. „Kennst du mich nicht mehr?“ Ich begriff all das nicht. Ich stand auf und lächelte. Ich bewegte die Lippen, aber ich vermochte nicht zu sprechen.
Und Ingeborg lachte wieder und sagte, daß sie nun auf Besuch zu mir komme, wie sie es versprochen habe. Zwei Monate lang.
„Hahaha, ja, grüß Gott, Axel!“
Ich gebe ihr die Hand, ich kann noch nichts denken. Auf dem Pelze und den goldenen Locken Ingeborgs zerschmilzen kleine Schneesternchen. Ingeborgs Stimme ist kräftiger und tönender geworden.
„Grüß Gott! Ingeborg —“
„Ja, ja ja — Axel, Axel! Bekomme ich denn keinen Kuß? Küsse mich doch. Ich freute mich seit Wochen auf diesen Kuß.“
Mein Herz steht still. Ich küsse Ingeborg auf den Mund und verliere die Besinnung —
Da erwachte ich.
Ich lag im Zimmer auf der Ottomane. Es dämmerte. Auf den naßschwarzen Ästen der Kastanien lag Schnee, ein Sperling schaukelte auf einem Ästchen und Schnee stieb herab.
„Ich finde keine Ruhe mehr!“ flüsterte ich. Ich war totmüde, einige Tage und Nächte hatte ich nicht mehr geschlafen. So heimtückisch arbeitete es in mir, am Tage konnte ich mich betäuben, solange ich wachte, aber im Traum, da war ich wehrlos. Ich sprach mit mir. „Ich finde selbst im Schlafe keine Ruhe mehr — es bleibt mir nichts anderes übrig. Nein, ein Fürst tut es nicht, ein Bankier kann es tun — ein Fürst nicht. Ach, das sind einfältige Redensarten. Nun hat der finstere Gedanke doch gesiegt!“