Die Gräben sind gefroren und wenn ich mit dem Stocke auf das Eis stoße, so fallen lange Scheiben splitternd ins bereifte Gras. Ein spiegelglatter Tümpel. Ich nehme einen Anlauf und sause darüber hinweg.

Es ist nicht kalt. Die Luft ist frisch und so oft man sie einatmet, glaubt man Eiswasser zu schlürfen.

Da liegt eine Wiese am Waldesrande, sieht aus wie das reinlichgedeckte Bett eines Riesen. Im Sommer stehen gelbe Blumendolden darauf, aus denen der Honig tropft.

Honigtröpflein heißt die Wiese.

Und ich denke an den Sommer. Schweiß, Honig und Feuer ist der Sommer, denke ich, und ein heißer Kuß im Traume.

Ich gehe durch den Wald, stundenlang, auf, ab, auf, ab. Ich muß tüchtig ausgreifen, der Weg bis zum Revier Otternbrücklein ist weit.

Einsam ist es, einsam und feierlich. Der weiße Tod haust im Walde.

Ich komme in fremdes Gebiet. Axtschläge fallen im Walde. Das ist wunderschön, so still, so feierlich und diese Axtschläge. Man glaubt das Herz des Waldes schlagen zu hören. Das Gefühl, daß ein Mensch in der Nähe ist, tut wohl. Man will nichts von ihm, man sieht ihn gar nicht und doch tut es wohl, zu wissen, daß dort einer ist.

Ja!

Da erschrecke ich und trete hinter einen Baum. Ein Wolf! Nein, ein Fuchs. In weitem Bogen zieht er vorüber, den dicken Schwanz durch den Schnee schleifend.