Ausgestorben liegt das Haus, ausgestorben liegen die Ställe und Scheunen, mit dicken Polstern weißen Schnees bedeckt. Sie sind in die Erde gesunken. Die Fenster sind schwarz. Vieh und Pferde sind verkauft, Mägde und Knechte sind fortgegangen.

Nun, ich hielt sie nicht. Sie wollten sich einen andern Dienst suchen. Zu einsam sei es hier oben im Bergwalde. Ich hielt sie nicht auf.

Nur die alte Maria ist bei mir geblieben. In Tücher eingehüllt sitzt sie in ihrem Kämmerchen, wie eine Kastanienverkäuferin in der kalten Straße. Sie wird alt und friert. Am Abend jedoch fällt ein gelber Lichtfleck auf den Schnee des Hofes, aus dem Fenster der Gesindestube. Wer ist noch in der Gesindestube?

Der Mönch. Hin und her geht er, im Mantel, den großen Hut auf dem Kopfe.

Er hat keine Ruhe. Er büßt für etwas. Wofür? Niemand geht das etwas an.

Ich schwinge den Stock und gehe hinein in den stillen Wald. Ich lächle. Ich rücke den Hut zurück und möchte lachen und singen. Aber sobald ich die Lippen öffne, um zu lachen und zu singen, hält mich etwas zurück. Ich weiß nicht was es ist.

Es ist ein eigentümliches Gefühl.

Was ist es doch für ein Gefühl? Rührung, Ergriffenheit, Traurigkeit, Freude?

Von allem ein wenig.

Zartblau ist der Schnee im Walde zwischen den fahlen gefleckten Stämmen der Buchen. Gelbe Wege, gelbe Streifen, das ist die Sonne. Der Himmel schimmert weiß. Die Wipfel der Bäume sind wie in dicke Watte gepackt. Ein Ästchen rührt sich, eine kleine weiße Schlange gleitet herab. Von vielen Büschen sieht man nur noch einzelne Zweigchen, die aus dem Schneehaufen hervorlugen. Über den Weg laufen Spuren von Rehen und Füchsen. Ein Häufchen Krähenfedern liegt im Walde. In der Ferne lacht ein Häher.