Ingeborg erblaßte. — „O,“ rief sie aus und schlug die Hände vor das Gesicht, „welch ehrlose Menschen es doch gibt, pfui, pfui!“

„Sein Unglück hat ihm den Verstand verwirrt,“ sagte ich. „Er wäre gewiß nie einer solchen Schlechtigkeit fähig gewesen. Denke daran, wie tief du ihn getroffen hast.“

„O, wie schlecht, wie schlecht!“

„Die Verzweiflung macht sinnlos, Ingeborg. Schlecht ist er erst geworden.“

Ingeborg sah mich an und ihre Augen strahlten. „Du, du, du bist gut, Axel! Er ist dein Rivale und doch verteidigst du ihn. Du bist gerecht. — Ja, Axel denke nicht, daß ich dich nicht liebe, weil ich nicht gleich ja sagte. Ich wollte deine Geliebte sein, deine wilde Geliebte, die aus dem Walde kommt. So schön war es. —“

„Du kannst es ja bleiben, trotzdem.“

„Du sollst mich immer als deine Geliebte betrachten, Axel. Als nichts anderes!“

„Ja, Ingeborg.“

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