„Du wirst also deine Studien aufnehmen. Aber wir werden immerhin noch Zeit haben, um im Winter auf vierzehn Tage nach St. Moritz zu fahren.“
„St. Moritz?“
„Ja. Es ist phantastisch im Winter. Es gibt dort Häuser, zehnstöckig – wie in Neuyork. Du wirst sehen. Es ist wunderbar. Am Tage Sport, abends Tanz.“
„Und dann,“ fuhr Schwedenklee fort, „im Frühling fahren wir auf einige Wochen nach Florenz. Du sollst Florenz sehen! Ein Schmuckkästchen! Ein Museum! Die Straßen allein sind schon ein Museum!“
„Wie herrlich!“
Schwedenklee entwarf Plan um Plan. Schön und berauschend stand die Zukunft vor ihm.
Augusta hatte längst abserviert. Die Kerzen erloschen, es brannten nur noch drei. Da sah man auch plötzlich den dunkeln Nachthimmel, flimmernd von Sternen, in der offenen Türe stehen. Es funkelten die großen Sternbilder, deren Namen Schwedenklee sich nie merken konnte. Berauschend strich der Atem der Sommernacht ins Zimmer, die Grillen feilten. Wolken von Düften hoben sich aus der trächtigen Erde.
Plötzlich knatterte es und am Himmel erschienen farbige Leuchtkugeln und Feuerräder. Rote Lohe schlug aus dem Meer empor, und die Sterne wurden bleich und unscheinbar.
Nein, Ellen hatte noch nichts von der Welt gesehen, noch gar nichts. Aber ihre Augen weiteten sich, heiß vor Begierde, wenn er erzählte. Höher noch schwang sich die feine Braue, und die Lippen atmeten erregt.
Er also war ausersehen, er, ihr die Wunder der Erde zu zeigen, ihr keusches Staunen, ihre reine Verzücktheit zu genießen! Er! Dank den erhabenen Göttern ...