Pohl war unerschöpflich an Erfindungen. Es gab Läufe, Sprünge, Hüpfen auf einem Bein. Dann mußte man mit einer Hand an einem Aste hängen. Schwedenklee hing, bis er blau im Gesicht wurde. Er schlug alle Rekorde.
Zuletzt kam der Sprung in den Strohhaufen – vom Dache des Stalles aus, drei Meter tief. Pohl sprang im Hechtsprung, als spränge er ins Wasser. Ellen sprang mit festgehaltenen Kleidern, schreiend und lachend. Schwedenklee riskierte einen Purzelbaum. Kaum aber war er ins Stroh versunken, so spürte er, wie die beiden über ihn herfielen und ihn immer wieder mit Stroh bedeckten. Völlig außer Atem (und fast etwas böse!) wühlte er sich endlich heraus. Er war mit Strohhalmen gespickt und sah so komisch aus, daß Ellen laut herauslachen mußte.
Pohl kniete vor ihm. „Don Philipp, nehmet mein Haupt!“
Schwedenklee hatte seine gute Laune schon wiedergefunden.
26
Nach dem Abendessen – diesmal hatte Ellen die Kerzen angezündet! – wurde programmäßig „Figaros Hochzeit“ aufgeführt.
Richard sang Figaro – vollendet, mit einer frischen, kernigen Stimme, er agierte, als stände er auf der Bühne. Ellen hatte – sehr erregt – Susanna und Cherubino übernommen. Sie sang schön, rührend, mit leicht zitternder Stimme. Was übrigblieb, fiel Schwedenklee zu, der sich recht und schlecht aus der Affäre zog.
Es war – alles in allem – ein wundervoller Sommertag, ein Tag, der kein Ende zu nehmen schien. Die Divertissements fielen aus. Ellen wurde ins Bett geschickt, da ihre Augen vor Müdigkeit fieberten.
Die Herren aber saßen noch bei einer Flasche Wein.
„Eine neue Flasche, Don Philipp!“