Ja, gewiß, Schwedenklee gehörte zur Klasse jener Menschen, die alles verstehen und daher alles vergeben, denen nichts Menschliches fremd ist – gewiß, er verstand alles. Mehr als sie ahnte! Und böse? Nein, böse konnte Schwedenklee überhaupt nicht werden.

Und doch, gerade an diesem Abend wurde Schwedenklee von starker Unruhe erfaßt. Er ging auf und ab, die Funken sprühten aus seiner Zigarre. Schweiß brach aus seiner Stirn.

Seine Augen sanken ein. „Wenn sie nun aber doch mein Kind wäre?“ sagte er voller Gram. „Auch die Krankenschwester, du erinnerst dich, sagte, sie glaube, Blank habe dir besondere Mitteilungen zu machen ...“

„Hätte ich Gewißheit – alles wäre ja anders!“

Verraten wir es: Schwedenklee ging in die Dunkelheit, wo sie am schwärzesten war, um hier, ganz im Dunklen, obschon niemand in der Nähe war, die Finger in die Augen zu drücken und zu stöhnen.

Ja, Schwedenklee hatte heute einen schlechten Tag. Er strich die ganze Nacht in der Finsternis hin und her, fröstelte im Nachtnebel.

„Gerade als ich die Hand nach ihr ausstreckte –!“ sagte er, aber er sprach nicht weiter.

29

Am nächsten Tage gab Schwedenklee plötzlich seine Arbeit an der Terrasse auf. Er stach den Spaten in die Erde, und hier mochte er steckenbleiben, bis er verfaulte, wenn ihn der Pächter nicht unter Dach nahm.

Schwedenklee hatte einen neuen resedafarbenen Anzug, den er noch nie getragen hatte. Diesen Anzug legte er an. Er rasierte sich sorgfältig und begab sich in den Badeort.