Sie plaudern. Ellens schöner frischer Mund steht nicht eine Sekunde still. Sie lachen den ganzen Abend. Worüber? Wie herrlich war dieser Tag, wie lang! War es nicht sonderbar, die Tage der Jugend schienen so lang, sie nahmen kein Ende. Was war heute ein Tag? Nichts. Kaum hatte er begonnen, war er schon zu Ende.
„Es ist die Jugend, nichts anderes! Es gibt keine andere Erklärung dafür“, rief Schwedenklee aus. „Sie verleiht dem Unscheinbarsten einen zauberhaften Glanz. Ja, wie lang war dieser Tag doch. Reich an Erlebnissen, an guten Einfällen, an schönen Gefühlen. Und Ellen mit dem Monokel auf dem Dampfer! Ja, die Jugend! Und das da, was dahinten keift und hustet“ – Schwedenklee drehte sich um, empört, daß man ihn in seiner Träumerei störte – „das ist das Alter! Das häßliche Alter!“
Die hagere, zusammengekrümmte Gestalt, die den ganzen Weg hinter ihm herkroch, stand wenige Schritte hinter ihm, mit der Hand an einen Baum gestützt, geschüttelt von einem Hustenanfall.
„Das abscheuliche Alter! In zwanzig Jahren wirst du auch so häßlich husten, und die Jüngeren, die nicht gestört werden wollen, werden dich verfluchen. Oh, wie boshaft und grausam ist dieses Leben eingerichtet!“
Aber Schwedenklee schüttelte die düsteren Gedanken ab. Ellen! Wo waren wir doch gleich geblieben?
Ellen klagte über ihr Hotel. Schwedenklee, befreundet mit dem Pförtner, Kellner und der Besitzerin seines Hotels, arrangierte alles aufs vorzüglichste. Er trat Ellen sein großes bequemes Zimmer ab und bezog eine kleine danebenliegende Kammer. Ellen staunte, wie billig ihr schönes Zimmer war! Ja, man mußte nur Freunde und Beziehungen haben!
„Wir werden Ihren Einzug feiern, Ellen, und heute abend zu Hause speisen. Sie sollen sehen. Lassen Sie mich nur machen.“
Schwedenklee besorgt den ganzen Nachmittag lang alles, was Paris an leckeren Dingen zu bieten vermag. Geröstete Hähnchen und Hummer, Vorspeisen und Nachtisch, Früchte. Auch Blumen vergißt er nicht.
„Muß man in Abendtoilette kommen?“
„Es wird gebeten, Ellen!“