Von sieben bis acht ist Schwedenklee fieberhaft tätig. Punkt acht Uhr klopft Ellen – herein! Ellen ist im Abendkleid, er im Frack – und schon lachen sie, daß sie kaum die Tür zu schließen vermögen.
Der Hausknecht, der im Kamin nachlegte – Ellen sollte es recht behaglich haben – wird von der Heiterkeit mit fortgerissen. Der Kellner, der den Wein angeschleppt bringt, wird ebenfalls angesteckt, und so lachen sie alle – weshalb? Gott allein weiß es.
Ellen steht und staunt: „Jetzt sehe ich, daß Sie ein Künstler sind, Schwedenklee!“ ruft sie aus. „Mein Gott, wir sind ja Hunderte von Personen!“
„Sie sind in großer Gesellschaft, Ellen!“
Dank Schwedenklees Freundschaft mit dem Pförtner und Hausknecht war es ihm möglich gewesen, einige große Spiegel und Leuchter aus anderen Zimmern des Hotels auszuleihen für den Abend. Die Kerzen blendeten, und infolge der Spiegelung glaubte man in einem langen, sonderbar gebauten Saale voller Lichter und Blumen zu sein. Schwedenklee führte seine Dame zum Sessel – und im gleichen Augenblick geleiteten Dutzende von befrackten Kavalieren ihre Dame in heller Seide zu Tisch. Er sah Ellen gleichzeitig von allen Seiten, und nie kam ihr herrlicher schmaler Nacken mit dem braunroten Haarknoten reizvoller zur Geltung ... Ellens Augen richteten sich blitzend im Schein der Kerzen auf ihn, und augenblicklich funkelten Dutzende von gleichen Augen von allen Seiten ihm entgegen.
„Das Diner kann beginnen, Ellen – aber ich habe vergessen“ – und er erhebt sich und küßt Ellen auf den Mund.
„Willkommen!“
Sie errötet. Auch ihr Busen wird behaucht von flüchtigem Rot.
„Das Diner kann beginnen“, wiederholt sie mit einem verwirrten Lächeln, mit etwas matter Stimme.
Schwedenklee war bei seinem Hause angelangt. Automatisch stieg er die Treppe empor, automatisch schloß er auf.