„Ist das Leben nicht sonderbar?“
„Ohne daß Sie es ahnten, haben Sie, Herr Schwedenklee, rasch unsere Freundschaft vermittelt.“
„Welch merkwürdige Zufälle es gibt!“
„So also begann es. Mit Ihrem Namen!“ sagte Blank leise und nickte vor sich hin. „So also begann es!“ wiederholte er, die Stimme von Trauer überschattet.
Sein Blick verlor sich ins Unbestimmte. Er bewegte die dünnen blutleeren Lippen und feuchtete sie mit der Zunge an. Er schien noch um einen Grad bleicher geworden zu sein.
Schwedenklee erhob sich und bewegte sich lautlos über die Teppiche. Diese ganze Erde sei in der Tat nichts als ein großes Bauerndorf! Und er erzählte hastig und mit halblauter Stimme einige ähnliche Erlebnisse, die ihm begegnet waren und seine Ansicht bestätigten, daß die Erde nichts als ein Bauerndorf sei. Blank antwortete nicht, er schien gar nicht zuzuhören.
Mit aller Umständlichkeit machte sich Schwedenklee eine Zigarre zurecht. Wieder bewegte er sich lautlos über die Teppiche. „Und was ist eigentlich aus Pfitzner geworden?“ Er blieb stehen.
Aber Blank hörte ihn gar nicht. Er saß, den verschleierten Blick ins Ungewisse verloren. Er hatte vergessen, wo er war, wandelte in einer fernen, unbegreiflichen Welt. Ein wundes Lächeln spielte um seine Lippen. Die schmalen gepflegten Hände lagen regungslos auf den Lehnen des Sessels, sie zitterten nicht mehr, nur sein gebeugter Oberkörper schwankte leise hin und her.
Verstohlen blickte Schwedenklee auf die Uhr. Da erwachte Blank aus seiner tiefen Versunkenheit. Er atmete tief auf und blickte sich verstört um.
„Verzeihung“, sagte er und schüttelte sich, als friere er.