„Ich – eine Theorie, sagen Sie?“
„Ja, Sie erklärten, es sei an der Zeit, eine über den Staaten stehende Republik der freien Geister und Künstler zu gründen.“
„Ich hätte –?“ Schwedenklee war äußerst erstaunt.
„Ja, Sie führten diesen Gedanken bis ins einzelne aus und wir hörten voller Interesse zu. Sie sprachen sehr ketzerische und revolutionäre Gedanken aus, und wir waren um so mehr erstaunt, als Sie ja aus Norddeutschland kamen.“
Schwedenklee füllte die Gläser. „Sonderbare Einfälle hat man in der Jugend!“ rief er lachend aus. „Ja, ganz verrückte Gedanken!“
„Sie gingen bald darauf nach Paris. Als ich Pfitzner wieder eines Tages im Atelier besuchte, sagte er mir: Schwedenklee ist nach Paris gegangen, um seine überstaatliche Republik der freien Geister und Künstler zu gründen.“
Hier lachte Schwedenklee laut und belustigt auf.
„Im nächsten Jahre wurde ich nach Nürnberg engagiert“, fuhr Blank fort, und seine Stimme veränderte sich wieder. „Und hier war es, wo ich Rosa Fröhlich traf“, schloß er leise.
„Ja, sie ging damals nach Nürnberg, ich entsinne mich“, warf Schwedenklee etwas unsicher ein. Er war plötzlich rot geworden.
„Ich kam mit ihr ins Gespräch und sie sagte mir gleich, daß sie aus Paris käme. Aus Paris? Haben Sie vielleicht zufällig einen Bekannten von mir, einen Architekten Schwedenklee getroffen? – Nie werde ich Rosas verblüfftes, ja entgeistertes Gesicht vergessen ...“