„Ja, so sagte sie. Vielleicht aber habe ich auch die Worte verwirrt. Sage ihm, daß ich ihm stets gut war und noch heute gut bin –“
Hier wurde Schwedenklee plötzlich ergriffen.
„Sagte sie das wirklich?“ flüsterte er.
„Ja, und sie beauftragte mich, Ihnen dies Bild zu bringen. Es würde Sie freuen, dachte sie. Eine Erinnerung aus der Pariser Zeit.“ Blank schlug sich an die Stirn. „Ja, dieses Bild, das war ja die Ursache meines Besuches! Schon habe ich es wieder vergessen, ich sitze hier und plaudere –“
Blank erhob sich und tastete nervös die Taschen des Überrocks ab.
„Mein Himmel, ich werde es doch nicht draußen verloren haben!“ rief er in äußerstem Schrecken. „Nein, hier, gottlob, hier ist es. Das ist ja der eigentliche Grund, weshalb ich Sie aufsuchte.“
Eine verblaßte Photographie, in Paris aufgenommen – seinerzeit. In irgendeiner übermütigen Stunde.
Eine zierliche Dame, in einem großen Hut – das Gesicht kaum erkenntlich. Daneben er, Schwedenklee, zwanzig Jahre jünger, mit einem flotten kleinen Schnurrbart. Schwedenklee zerbrach sich den Kopf, wo das Bild aufgenommen sein konnte. Er erinnerte sich nicht mehr.
Er trat unter die Lampe und nahm eine Lupe vom Schreibtisch.
Nun erkannte er die Züge der jungen Dame wieder, die in all den vielen Jahren nur selten, flüchtig und verblaßt in seiner Erinnerung wieder auflebten. Ein wehmütiges Gefühl überkam ihn – daß diese herrliche Jugendzeit vorbei war für immer.