Um zwei ging Schwedenklee nach Hause, um tief und ohne Pause zu schlafen, ganz allein in einem großen zweischläfrigen Bett mit einem hellgrünen Seidenhimmel.
Schwedenklee war Junggeselle, natürlich. Über Frauen und Ehe hatte er seine ganz besonderen Ansichten!
Ein einziges Mal hatte er den Kopf so weit in der Schlinge, daß er das Schlimmste befürchtete! Es war die „furchtbarste Zeit seines Lebens“, wie er sagte. Er hatte sich mit einer hübschen Base eingelassen, nettes Gesichtchen, plapperte erfrischend, und die Sache war gerade deshalb so verzweifelt, weil die ganze Verwandtschaft, die er jahrelang völlig ignoriert hatte, dabei im Spiele war. Schwedenklee verlor den Appetit und verbrachte die Nächte ohne Schlaf. Er entwarf hundert Abschiedsbriefe, ohne den Mut zu haben, die Base zu verabschieden. Es war ja ganz unmöglich, ein so entzückendes Geschöpf bloßzustellen. Das Wunderbare ereignete sich in dieser Periode: Schwedenklee hielt der Braut die Treue, so schwer es ihm auch zuweilen wurde! „Eine herrliche Sache ist die Treue,“ pflegte er in dieser Zeit zu sagen, „aber sie kostet Nerven, mein Freund!“ Eines Tages aber übersandte das entzückende Geschöpf ihm einen Abschiedsbrief! Voller Zerknirschung und Tränen: sie hatte sich auf einer Bahnfahrt in einen Offizier verliebt.
Gott sei gelobt! Glück zu, Schwedenklee!
Ja, in der Tat, es war eine furchtbare Zeit!
Schwedenklee schlief prachtvoll unter seinem hellgrünen Seidenhimmel, obschon neben ihm noch recht gut Platz gewesen wäre.
Wie gesagt, aber in den letzten Tagen gefiel Schwedenklee den Kartenspielern nicht mehr! Wer sollte sich sonst um ihn kümmern, wenn nicht sie? Etwa Augusta? Nein, Augusta wich ihm aus, floh ihn direkt, wenn sie merkte, daß er in schlechter Laune war, mit Rücksicht auf ihre zerstörten Nerven. Augusta hatte nur beobachtet, daß eines Tages ein Brief mit einem schwarzen Trauerrand angekommen war, und Schwedenklee die Augen rollte. Die Kartenspieler aber, sie kannten ja jeden Zug in seinem feisten, leuchtenden Gesicht. Und wenn ein gewiegter Spieler wie Schwedenklee ein „angesagtes“ Solo verlor, soviele Buben, soviele Asse, Könige, Damen, eine Farbe blank – was sollte man dann sagen? Wie? Ja, nun war es offenbar, nicht mehr wegzuleugnen: etwas war bei Schwedenklee nicht in Ordnung!
Es entstand eine solch furchtbare Aufregung, daß man eine Runde aussetzte und die Kellner aus dem Billardsaal zusammenliefen.
Schwedenklee war sogar erbleicht, als das Solo so katastrophal zusammenbrach! In all den Jahren hatte niemand beobachtet, daß Schwedenklee erbleichte. Heute aber, in der Tat, war das Blut aus seinen roten Wangen gewichen, und seine Nasenspitze war für eine Sekunde schneeweiß geworden.
Es nützte Schwedenklee nichts, daß er seine bekannte Lachsalve losließ. Die Ärzte, die Notare blickten prüfend und argwöhnisch in sein Gesicht.