Schwedenklee sandte ihr einen warnenden Blick zu. Er wußte – und er empfand es triumphierend –, daß sie jetzt verspielen würde.

„Du hast dich in ein kleines Mädchen verliebt, das ist alles“, schrie Nelly außer sich. „Und alles andere – das mit dem Freunde, mit der Doppelwaise, mit dem Selbstmordversuch, ist einfach eine dumme Komödie!“

Sie ist verloren, dachte Schwedenklee mit Befriedigung – und schon mit einem gewissen Mitleid.

„Nelly!“ sagte er beruhigend, beschwörend. „Ich schwöre dir, alles ist Wahrheit. Du bist heute sehr erregt –“

Ja, Nelly war verloren. Sie schrie, sie verleumdete, beschimpfte. Sie tobte und verließ rasend das Haus.

Schwedenklee tat aufs tiefste gekränkt und machte keinen Versuch, sie zurückzurufen.

„Es ist sehr schade“, sagte Schwedenklee, als er allein war und sich mit zitternden Fingern eine Zigarette anzündete. „Es ist sehr schade, daß man mit Frauen nicht offen sprechen kann. Nun gut, daß es zu Ende ist! Fort mit ihr! Fort mit allen – ich will sie alle nicht mehr sehen – Gott sei Dank!“

Schwedenklee horchte an Ellens Türe. Kein Laut. Ellen hatte von der ganzen Szene nichts gehört.

Einige Wochen später aber sagte Ellen: „Es war einmal eine Dame bei Ihnen. Sie war sehr erregt. Ich möchte nicht irgendwie im Wege sein.“

„Aber Ellen! Wie können Sie so etwas denken. Sie sind zu jung, um das zu verstehen!“