„Ich begreife nun, weshalb Nelly so rasend eifersüchtig ist“, flüsterte die Schneiderin eines Tages in unverschämt zutraulichem Tone.
„Ich bitte Sie, die Kleider, so wie sie sind, sofort an mich zu senden und Rechnung vorzulegen“, schrieb Schwedenklee am gleichen Tage, empört, daß die unverschämte Person Nelly und Ellen in einem Atem zu nennen gewagt hatte. Ja, diesem Volke mußte man Manieren beibringen!
19
Endlich waren alle Einkäufe beendet. Koffer wurden gepackt. Der Tag der Abreise aufs Land wurde festgesetzt.
Der Zug verließ den Bahnhof.
„Nun gehörst du ganz mir“, dachte Schwedenklee triumphierend, und seine Erregung war so groß, daß seine Hände zitterten.
„Was denkst du?“ fragte Ellen, verwirrt durch seinen Blick.
„Ich fürchte, Ellen wird sich langweilen“, erwiderte Schwedenklee lächelnd, um seine Erregung zu verbergen.
„Ich? Auf dem Lande? Oh, nie!“ rief Ellen aus. Dann saß sie still, mit großen Augen, die erfüllt waren von Genugtuung, diese grauen Hauswände, zwischen denen der Zug sich durchzwang, hinter sich zu lassen.
„Gott sei Dank!“ flüsterte sie und atmete auf, als die Stadt zu Ende war und die Wiesen kamen.