Ellen interessierte sich für alles, was in der Wirtschaft vorging. Sie war als Stadtkind nur flüchtig mit dem Lande in Berührung gekommen. Was für Futter erhielten Hühner und Schweine, weshalb wurde der Acker gewalzt, wie kam es, daß der Klee zwei, drei Jahre stand, was war eigentlich „Winterroggen“, von dem so viel die Rede war – über all das konnte sie nicht ausführlich genug mit dem Bauer sprechen, und sie fragte auch Schwedenklee unausgesetzt, Schwedenklee, der kaum Weizen von Roggen zu unterscheiden vermochte.

Als die Pferde zum erstenmal auf die Koppel durften, war es ein richtiger Festtag für Ellen. Sie selbst brachte die Pferde in den Stall zurück. Sie lernte sogar das Melken der Kühe. Schwedenklee hatte sich nie überwinden können, das Euter einer Kuh zwischen die Finger zu nehmen.

„Dir gefällt es hier?“ Seine größte Sorge war, daß es ihr schließlich doch nicht gefallen könnte. Allein, fern von allen Menschen wollte er sie haben. Ja, so mußte es sein, grenzenlos war sein Egoismus, das Schicksal hatte gesprochen.

„Wir werden also hierbleiben? Du wirst sehen, es ist gar nicht zu langweilig. Wenn erst die Badegäste kommen werden.“

Ellen zog die Braue hoch, ihre feine nervöse Braue. „Ich will keine Menschen sehen!“

Wie dankbar war Schwedenklee.

„Du willst also vorläufig nicht nach Berlin zurückkehren?“

„Berlin?“ Ellen war entsetzt. „Ich will bei Strolly und Munki bleiben!“

Schwedenklees Gesicht wurde dunkel: er war eifersüchtig auf die Tiere ...

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