Er mußte kommen, er mußte fragen.

Li befahl nichts, sie freute sich an dem drolligen Kerlchen und ließ ihn oft hundertmal kommen. Er wurde nicht böse.

Yester aber stand, während sie spielte, an eine Birke gelehnt und sah ihr zu. Sie erschien ihm selbst wie eine Blume. Ihre Hand zart und durchscheinend wie die Blüten der Hyazinthe. Ihr Haar spiegelte sich im Wasser, in der Quelle schien ein Feuer zu brennen, es zerrann in goldene Fäden, wenn der Fisch auftauchte, aus dem Grunde schien ein seltsamer flimmernder Blumenkelch zu wachsen. Ihre Augen blickten heller aus dem Wasser, als sie in Wirklichkeit waren. Sie erschienen grün wie die Blätter der Birken, durch die die Sonne scheint.

Dann besann er sich jedesmal, was er ihr Liebes erweisen könne.

Yester liebte Li über alle Maßen. Li liebte Yester über alle Maßen.

Ihr Haus lag im endlosen Hain, und der endlose Hain lag am Morgenrot. —


Der Damm war gebrochen. Die Einfälle fielen über ihn her wie ein Rudel hungriger Tiere. Irgend jemand schien ihm die Geschichte zu diktieren und er schrieb, schrieb: fieberhaft schrieb er.

Das große Glück der Inspiration war über ihn gekommen. Es durchschauerte ihn am ganzen Körper. Da gab es kein Zögern, keinen Zweifel, keine Pause. Alle Geheimtüren seiner Seele sprangen auf, alle Schönheiten, die er aufgespeichert, lagen funkelnd vor seinen Blicken, alle Stimmungen, die er empfunden, strömten aus ihm und hüllten ihn in ihren Duft. Während er noch am ersten Kapitel schrieb, arbeitete einer in ihm am letzten.

Er saß inmitten eines Gartens, Blumen wuchsen vor seinen Augen empor, entfalteten ihre märchenhaften Kelche, aus den Kelchen stiegen Wunder, zerfielen, andere quollen heraus. Flammen stürzten von den Bergen ringsum und hüllten ihn ein, weiße Flammen. Aus ihnen rief es, aus ihnen klang es. Er war das Herz einer Welt, und alles strömte nach ihm.