„Adieu, Fräulein Schuhmacher!“

Die Türe fällt ins Schloß, mit jenem eigentümlichen, dumpfen Laut einer Türe, die sich für immer geschlossen hat. Er sieht sie noch da oben stehen, die Hand erhoben. Und nun sieht er nur noch die Hand.

Er sieht die Türe an und lächelt, er blickt am Haus entlang und lächelt.

Dann geht er. —

Die Sache Henri Ginstermann — Bianka Schuhmacher ist erledigt: Ginstermann ist geschlagen!

Nun war es vorbei.

Ein tränenloses Schluchzen erschütterte seine Brust und gleichzeitig lachte er.

Weshalb ereignete sich nichts? Weshalb fiel kein Haus ein, kam nicht ein Stück vom Himmel da droben herunter?

Aber er hatte es ja nicht anders verdient. Nein, wenn er einem Menschen einen Vorwurf machen konnte, so war er dieser Mensch selbst. Weshalb war er so verblendet gewesen, abermals an einen Menschen zu glauben? Sein Herz einem jungen Mädchen zu Füßen zu legen, das achtlos und blind darüber hinwegschritt? Noch immer war er jener Tor, der sein Herz auf den Händen durch die Straßen trug und die Leute fragte, ob sie es nicht haben wollten, da es zu schwer von Liebe sei für ihn. Er hatte es als Kind seinen Eltern schenken wollen, sie hatten es nicht angenommen, er hatte es später Frauen und Freunden schenken wollen, sie hatten es verspottet und mißhandelt, und wieder, wieder —? O, er war ein Tor! Die Menschen waren zersprungene Geigen, die keinen Ton mehr gaben, die Menschen waren zu arm an Liebe, um einen Hund damit ernähren zu können. Die Menschen waren ein Pack von Krämern, Kirchgängern, Wucherern, Handwerkern und Barbaren. Aber die Menschen waren keine Menschen. Diesen Titel hatten sie einigen Großen gestohlen und sich umgehängt wie einen Orden.

Das war ja des Hades Maskengarderobe, was da ging und stieg und sich brüstete nach Pfauenart, Ekel verbreitend und üblen Geruch. Als geputzte Bälge kamen sie daher, stupid und leer ihre Augen, aus denen ihr Magen blickte.