Er ging an den Schrank, um nachzusehen. Aber er wagte ihn nicht zu öffnen. Er wußte, etwas unsagbar Gräßliches hockte darin. Da entdeckte er ein Gesicht an der Wand. Dieses Gesicht bewegte sich nach derselben Richtung, nach der er sich bewegte. Es war ein Kreidefleck mit Augen darin, die wie Tiger heraussprangen. Ah, das war ein Spiegel und das Gesicht darin war das seinige.

„Ich komme gleich nach“, rief er aus und ging an den Waschtisch.

Was wollte er nur? Er hatte doch etwas aus dem Waschtisch nehmen wollen. Sollte er beten, daß Gott ihm aus seiner Wirrnis herausführe. Haha, vielleicht durch einen hübschen Engel mit bleichen, lilienzarten Händen? Gott? Was war Gott?

„Sie wissen nichts!“ sagte ihm jemand ins Ohr. Das war Dichter Glimms Stimme. Er zeigte die Zähne wie ein Eichhörnchen. Aber er war gar nicht zu sehen.

„Sie wissen nichts!“ wiederholte er. O, dieser Heuchler. Die ganze Zeit hatte er sich als Atheist aufgespielt.

„Wer setzte die Urzelle in die Welt, mein Lieber? Weshalb haben alle Völker, alle Völker den Drang nach Gott, he? Antworten, antworten!“ „Ist die Welt?“ „Geflunker — Geflunker! Antwort? Wer ist Gott? Ich lasse Sie nicht los. Sie — Dummkopf, Sie.“ „Ich bin Gott, Gott ist in uns. Jeder hat sein Mekka in sich.“ „So sagten Sie in Ihrem Drama, Freund — in Ihrem traurigen Machwerk, das Sie Drama nennen — hahaha!“

Nein, was wollte er nur! Was erhielt er für Besucher?

Er stand und starrte an die Wand. Da zappelte etwas. Auf hohen Spinnenbeinen kroch es daher, den gequollenen Körper vorwärtsschiebend. Unsinn, es war ein Tintenfleck! Jemand hat ein Tintenglas einmal gegen die Wand geschleudert — glaubt es, ihr Leute! Spinne? Es sah aus wie Pinien. Er hatte, seit er hier wohnte, stets an Pinien gedacht.

Nun löste es sich von der Wand und zappelte durch die Luft.

Er wich zurück und schrie. Ein dumpfer Schlag und Klirren.