Hier versank Ginstermann wiederum in Schlaf.

XVII.

Es gab eine Menge Neuigkeiten.

Frau Trud hatte einem Mädchen das Leben geschenkt.

Kapelli erzählt es eben Ginstermann. Er saß auf der Bettkante bei ihm und rauchte seine Zigarre.

„Heute morgen um fünf Uhr“, sagte er und alle Vokale funkelten. „Es ist ein Prachtwesen!“

Er hatte die Blicke auf eine Skizze an der Wand gerichtet, und Ginstermann sah es ihm an, daß er Mühe hatte, sein Glück zu ertragen. Während der ganzen Nacht war er wohl in seinem Atelier auf und ab gegangen, zusammenschreckend bei jedem Geräusch, jedem Schrei im Nebenzimmer, bebend vor Angst, vielleicht hatte er auch ein wenig gebetet. Nun war er erlöst und glücklich. In seinen Augen glänzte die Freude. Ein neuer Lebenstag begann für ihn, über dem nicht mehr die beunruhigenden Schatten der letzten Zeit schwebten.

Ginstermann nahm an seinem Glück teil, denn sowohl Kapelli als Frau Trud hatte er sehr gern, im Innersten seines Herzens aber nagte ein Gefühl, das er nicht die Aufrichtigkeit besaß, Neid zu nennen.

Es gab noch manches andere.

Kapelli stand der Auftrag zu einem Brunnen in Aussicht. Wenn er ihn bekam — er rechnete bestimmt darauf — so hatte er Beschäftigung auf ein Jahr — da wollte er sich in der Nähe der Stadt ein Atelier mieten. So etwas wie ein Haus im Freien, Bäume herum, ein Garten, in dem Frau Trud das „Schnuckerl“ spazieren fahren konnte, meinte er.