Das wußte er, nie sollte er ein Weib haben. Nach Bianka würde er nicht mehr fähig sein, ein Weib zu lieben. Das wußte er, nie sollte er ein Kind haben. Er würde nicht imstande sein, seine Seele mit der eines Weibes zu vermischen, nachdem ihm das Schicksal Bianka gezeigt.
Andere Sterne! Andere Sterne!
Ach, da war ja noch die Erinnerung — und die Arbeit! —
Er ging.
Er stieg die Treppe hinunter, um im Hofe nach seiner kleinen Camilla zu sehen. Er wollte ihr nur die Locken streicheln.
Bei Maler Ritt wurde getanzt. Füße schlürften, und zuweilen stieß jemand gegen die Türe. Eine Violine spielte einen berückenden, schwermütigen Walzer, viel zu zart für das wüste Schleifen der Tanzenden.
Hoi — hoi! rief dazwischen Ritts scharfe Stimme. Die Rufe hörten sich an wie das Knallen einer Peitsche, mit der er die Ermatteten antrieb.
Camilla war nicht zu sehen. Er begab sich in das Vorderhaus, um in ihrer Wohnung nachzufragen. Eine ausgetrocknete Alte mit in den Brillengläsern zerfließenden, erschreckend großen Augen öffnete. Von ihr erfuhr er, daß Camilla ausgezogen sei. Eine Weile besann er sich, ob er sie in ihrer netten Wohnung aufsuchen sollte. Vielleicht würde er sie treffen, wenn er am Hause auf und ab ging.
Aber er war zu müde, und dann war ja all das unsinnig.
Er legte sich wieder nieder und nahm ein halbfertiges Manuskript, das von der „Religion der Gottlosen“ handelte, zur Hand, um sich auf andere Gedanken zu bringen. —