Ginstermann war allen gut. Er liebte sie, wie man Kinder liebt, und freute sich ihres Tuns.

Der Mensch war zur Freude auf der Welt, wenn er einen Zweck hatte.

Man mußte es ihm lehren! Man müßte ein Evangelium der Freude schreiben! Über die Freude führt der Weg zur Liebe, die Freude lacht all das Kleinliche und Mißgünstige fort aus seiner Brust.

Er schlenderte in den Straßen umher, bis es dunkel wurde.

Dann überkam ihn der Wunsch, Bianka zu sehen. Er wollte ihr einen kurzen Besuch abstatten und hierauf die Nacht im Freien zubringen, um seine Freude auszukosten. Urplötzlich war diese Sehnsucht in ihm erwacht und trieb ihn nun ungeduldig seiner Wohnung zu.

Er wollte die sehen, deren Freund er war, die für ihn das Leben bedeutete, das warme, große Leben, ohne das er tot war.

In der Nähe seines Hauses ging er an einem Mädchen vorüber, das da, ein Hündchen an der Leine, gemächlich promenierte.

Es war Fräulein Scholl. Er blieb stehen und blickte sich um.

Auch sie war stehen geblieben und wandte ihm den Blick zu.

„So etwas!“ lachte sie, ihm die Hand voller Vergnügen hinstreckend. „Das sind Sie! Ich denke mir, wer sieht dich nur so an?“