Sie blieb stehen und wirbelte die Leine um Bijouchens Näschen. „Weshalb sind Sie mir eigentlich böse, Herr Ginstermann?“ Sie sah zu Boden.

Er, ihr?

Ihre Augenlider gingen schnell auf und ab. „Ich sehe Sie gar nicht mehr, wenn ich in die Violinstunde gehe.“

Ach so. Nun, sie wisse doch, daß er krank war.

„Ja, aber —? Nun ja, Sie haben nichts gegen mich?“

„Nicht das mindeste.“

Sie lächelte: „Ich dachte, ich hätte Sie irgendwie gekränkt. — Geht es Ihnen nun wieder gut?“

Sie gingen an einem Bäckerladen vorbei, und für einen Augenblick huschte der Lichtschein über ihr Gesichtchen. Ginstermann bemerkte, daß sie an der Unterlippe nagte. Das war nicht mehr jenes naive, lustige Mädchen, mit dem man seine Scherze trieb, das war ein Weib, das empfand und litt.

„Ja, danke. Ihr Bruder hat mich schnell kuriert.“

„Er hat mir von Ihnen erzählt.“ Sie blickte ihn an, und ein Lächeln schimmerte in ihren dunkelgoldnen Augen.